
Die
Entwicklung des J79 bei General
Electric durch den deutschstämmigen Gerhard Neumann begann
bereits im Jahre 1952. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zu einem
der erfolgreichsten militärischen Strahltriebwerke. Das J79 war
die erste Einwellen-Hochdruck-Axialturbine der USA mit verstellbaren
Leitschaufeln. Darüber hinaus verfügte es über einen
17-stufigen Verdichter, eine dreistufige Antriebsturbine sowie zehn
Rohrbrennkammern.
Hervorzuheben war die rasche Schubreaktion auf die Eingaben des Piloten.
Durch die variable Austrittsdüse wurde innerhalb der zulässigen
Temperaturbegrenzungen eine maximale Schubzuwachsrate erreicht. Im Falle
eines Durchstartens erreichte das Triebwerk bereits nach ca. vier Sekunden
wieder die volle Leistung.
Über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren wurden insgesamt mehr
als 17.000 J79 hergestellt. Neben der F-104, in ihr wurde übrigens
der Erstflug des J79 durchgeführt, fand es weite Verbreitung in
anderen militärischen Mustern, z.B. F-4 "Phantom II",
A-5 "Vigilante" und B-58 "Hustler".
In Form des CJ805 existierte sogar eine zivile Version ohne Nachbrenner,
die aber nur in der etwas glücklosen Convair 880/990 eingesetzt
wurde.
Mit dem Lizenzbau und der Lieferung des GE J79-11A-Triebwerks für
die europäische F-104-Produktion waren drei Firmen beauftragt:
- BMW Triebwerksbau GmbH in München-Allach (heute MTU
Aero Engines)
- Fabrique nationale
(FN) in Herstal, Belgien
- Fiat Aviazione in
Turin, Italien.
Jede dieser Firmen hatte einen Fertigungsanteil von etwa ein Drittel
des Gesamttriebwerkes, wobei jeder Partner seinen Bauanteil für
alle Triebwerke lieferte. Die Endmontage erfolgte dann in allen drei
Unternehmen, die auch über eigene Prüfstände verfügten.
Die ersten 144 Triebwerke wurden noch aus amerikanischen Bausätzen
gefertigt. Das erste Triebwerk mit eigenem Bauanteil lieferte BMW am
30. Januar 1962 aus. Insgesamt wurden 1.228 Triebwerke gefertigt:
- BMW: 632 Stück
- FN: 334 Stück
- Fiat: 262 Stück
Die aus dem BMW-Triebwerksbau und der MAN-Turbomotoren hervorgegangene
MTU lieferte noch zusätzlich 50 verbesserte J79-MTU-1K sowie ca.
1.000 Umrüstsätze für das J79-11A.
European
Aeronautic Defence and Space Company
Corporate Promotion
"Meilensteine der Luftfahrt: F-104 'Starfighter'"
München, 2001
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